Grosse Sprachmodelle dringen in den Bereich von Tod und Trauer vor, und zwar durch die Entwicklung sogenannter Griefbots, also Chatbots, die anhand der digitalen Spuren eines verstorbenen Angehörigen (z. B. dessen Nachrichten und Texte) trainiert werden. Griefbots sind in erster Linie als Hilfsmittel gedacht, um trauernde Menschen nach dem Verlust eines Angehörigen zu unterstützen, indem sie den Kommunikationsstil des Verstorbenen simulieren. Allerdings gibt es kaum empirische Untersuchungen zu Griefbots. Dieser Vortrag untersucht die potenziellen ethischen Implikationen des Einsatzes von Trauerbots bei Klienten aus wissenschaftlicher Perspektive. Auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse gibt der Vortrag einen Überblick über die Funktionsweise von Trauerbots, fasst die vorhandene Forschung zu diesem Thema zusammen und soll die Teilnehmer zum Nachdenken über den Einsatz von Technologie bei Klienten anregen.
Marco Dehnert (PhD, Arizona State University) ist Assistenzprofessor für Kommunikation und Technologie an der University of Arkansas, USA, wo er auch das AI and Robots for Connection (ARC) Lab leitet. Er ist ein multimethodischer Wissenschaftler, der sich mit Mensch-Maschine-Kommunikation, Mensch-KI-Kommunikation und den sozialen Auswirkungen von Kommunikationstechnologien befasst. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Fragen zur tiefgreifenden menschlichen Verbindung mit und durch Technologie, einschließlich Intimität, Beziehungen und Kommunikation zwischen Maschinen und Menschen.